Hallo,
mein Sohn war ab 2003 10 Monate mit ISKA in den USA. Um es vorneweg zu nehmen, wir würden ISKA keinem mit ruhigem Gewissen empfehlen können und unser jüngster Sohn fährt 2006 mit einer anderen Orga in die USA.
Wir hatten uns für ISKA entschieden, weil sie den für uns überzeugendsten Prospekt hatten, der auf jeden Schnickschnack verzichtete, oft auftretende Probleme sachlich schilderte und Vertrauen zu ISKA erweckte, ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis für ihr Komplettpaket hatten und eine Platzierung bis zum 1. August garantierten*. Nicht zu verachten war auch eine 5-tägige Reise nach Orlando, die während des Programms stattfinden sollte.
Für das, was die Mitarbeiter bei ISKA leisteten, habe ich nur noch Verachtung übrig. ISKA arbeitete von Anfang an mit Hingabe daran, das Nervenkostüm (nicht nur) unserer Familie zu strapazieren.
Es fing mit Dingen an, die, einzeln genommen, so lächerlich und durchaus zu verschmerzen waren, dass es albern wäre, sie aufzuzählen, in ihrer Gesamtheit aber aufzeigten, dass ISKA mit ihren über 400 ATS hoffnungslos überfordert war. Auf der anderen Seite gab es Ereignisse, über die zu schreiben es sich aus anderen Gründen verbietet. Zusätzlich können mein Sohn und ich uns nicht erinnern, jemals ein freundliches, Wort eine Hilfestellung oder ein Zeichen des Bedauerns von ISKA gehört zu haben, dafür jede Menge Beleidigungen und fadenscheinige Ausreden.
Wichtigste Ärgernisse waren:
Platzierungsgarantie nicht eingehalten (bei über 100 ATS und nicht nur um ein paar Tage), bis Ende Juli aber das Gegenteil versichert.
Platzierung, die erste (Anfang August) – oh, keine Schulerlaubnis! Gastfamilie schied aus – ISKA verschwieg es uns. Gut, bei so vielen noch unplatzierten ATS kann man mal etwas übersehen. Schwamm drüber!
Platzierung, die zweite - oh, wieder keine Schulerlaubnis! Gastfamilie schied wieder aus – das glaubte uns ISKA angeblich aber nicht! Der Rest war ihnen egal, am schon gebuchten Flug wurde festgehalten. Und ich versichere, EINE Gastfamilie zu „verlieren“ ist schon hart, aber eine ZWEITE zu verlieren, und das immerhin schon Ende August, ist unvorstellbar, ebenso die Tatsache, auf „blauen Dunst“ abzureisen und sich überraschen zu lassen, ob einen jemand am Flughafen abholt.
Platzierung, die dritte - nachdem ich Kontakt zur Partnerorga usw. aufgenommen hatte –Welcomefamily, kein Wort davon in den Unterlagen von ISKA, die mir erst nach Aufforderung und nach Abflug zugestellt wurden. Nur die USA-Betreuerin meines Sohnes berichtete mehr zufällig davon. Um Missverständnissen vorzubeugen, wir sind dieser Welcomefamily bis heute sehr dankbar, obwohl mein Sohn später wechselte.
Weitere wichtige Mitteilungen wurden uns Eltern vorenthalten, so z. B. die Information über den geplanten und durchgeführten Gastfamilienwechsel im Mai.
Unzureichende Betreuung im Gastland, Betreuung durch die Partnerorga im März ganz eingestellt. Eine mitleidhabende Schulbusfahrerin nahm sich der Kids an (in der Region waren etliche ATS platziert), aber sie machte das großartig! Auch dieser Frau sind wir sehr dankbar, nicht nur, weil sie den Familienwechsel in die Wege leitete.
Fakt ist aber auch, dass die Orlandoreise für alle ein großes Ereignis war. Schön fanden wir, dass sie nach der Hälfte der Programmdauer, für meinen Sohn mitten im knackigen Winter, stattfand. Über Reisen während des Austausches gibt es geteilte Meinungen, das akzeptiere ich auch, für die Schüler aber war es eine wunderschöne, verdiente Abwechslung.
Ich möchte ausdrücklich betonen, dass wir nicht erwartet haben, den roten Teppich ausgerollt zu bekommen. Aber die wichtigen, wesentlichen Leistungen außer Versicherung, Ticket und Visum, für die schließlich auch bezahlt wurde, darf ich erwarten.
Mein Sohn hatte übrigens ein lehr- und erfolgreiches Jahr. Durchschnittlich, wie bei vielen ATS, mit einigen Hochs und Tiefs, aber nicht extrem gut oder schlecht. Er denkt gerne an die Zeit zurück und hat heute noch Kontakt zu seiner 2. Familie und einigen ATS aus D, die mit ihm auf der sehr winzigen Schule (45 Schüler) waren.
*Platzierungsgarantie:
Bis heute bin ich überzeugt davon, dass ISKA die Platzierungsgarantie nur als Werbemittel eingesetzt und abgewartet hat, was passiert, um dann die Angelegenheit sehenden Auges an die Wand zu fahren.
Dass wir an die Garantie jemals glaubten, war eindeutig unsere Dummheit. Diesen Fehler müssen wir auf unsere Kappe nehmen – ungenügende Vorbereitung durch uns!