Mach dir nicht so viele Gedanken!
Es ist völlig normal, dass du dir am Anfang jegliches Verhalten zweimal überlegst, bevor du letztendlich handelst, immerhin hast du dich auf ein Abenteuer eingelassen, das vermutlich deine bisherigen Erfahrungen weitgehend übertrifft.
Aber versuche etwas entspannter an die Sache heran zu gehen. Wenn du dir einer Sache nicht sicher bist, dann frag deine Gastfamilie einfach. Das kostet nichts und je mehr man seine Gedanken äußert, desto besser wird eurer Verhältnis untereinander und du kannst dir sicher sein, dass sie dir nichts übel nehmen werden.
Außerdem nimmt dir deine Familie gerade am Anfang sicherlich nichts wirklich übel. Sie müssen sich, sofern sie noch keinen Austauschschüler zuvor hatten, ebenfalls an die neue Situation gewöhnen. Versuche dich einzuleben und dann machst du dir über das Essen beispielsweise keine Gedanken mehr.
Klar darfst du dir Essen nehmen! Zwar solltest du dich, beispielsweise, abends nicht am Mittagessen für den kommenden Tag bedienen oder Joghurts essen, die für die kleine Gastschwester reserviert sind, aber ansonsten bist du nun ein Teil der Familie und darfst dich genauso bedienen wie alle anderen. Beobachte einfach, wie das deine Familie regelt oder frag, wie gesagt, einfach nach.
Meine Wäsche musste ich komplett selber waschen. Das war am Anfang eine große Umstellung, wurde aber irgendwann zur Normalität und ich war auch ganz froh darum. Denn so sehr wie ich meine Gastfamilie auch geliebt habe, irgendwo wollte ich dieses Stückchen "Privatsphäre" für mich behalten, z.B. was Unterwäsche betrifft. Das geht manchen vielleicht anders, mir war das jedoch wichtig.
An das Telefon bin ich in den ersten Monaten überhaupt nicht gegangen und später auch nur, wenn ich wusste, dass es evtl. für mich sein könnte. Manchmal hat mir meine Mum auch gesagt, ich solle rangehen und ihr ausrichten, wer etwas von ihr wollte und wieso. Das war aber erst gegen Ende der Fall. Auch zu diesem Thema solltest du deine Gastfamilie einfach mal ansprechen. Immerhin ist das Telefonieren eine gute Gelegenheit sein Englisch zu perfektionieren.
Das Einleben passiert ohne, dass du es merkst!Irgendwann fängst du an, dir über all diese Dinge, keine Gedanken mehr zu machen. Der Blick aus dem Fenster wird völlig normal, das Zimmer ist "deins" und du beginnst dich wohl zu fühlen. Ich kann gar nicht genau sagen, wann das bei mir der Fall war, vermute aber ca. nach 2 Monaten. Es dauert einfach seine Zeit aber das gehört zum Abenteuer "Austausch" eben dazu!