Donnerstag, 29. September 2016
Schüleraustausch weltweit - Handbuch Fernweh. Der Ratgeber zum Schüleraustausch

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Schüleraustausch: Wahl des Gastlandes

Wahl des Gastlandes

(Auszug aus dem Handbuch Fernweh)

Bist du dir bereits sicher, in welchem Land du deinen Aufenthalt verbringen möchtest? Gehörst du vielleicht zu der großen Mehrheit der Austauschschüler/innen, die es in die Vereinigten Staaten von Amerika zieht? Auch wenn dein Entschluß bereits feststeht, solltest du noch einmal kurz darüber nachdenken, denn wie andere Jugendliche hast vielleicht auch du falsche Vorstellungen über das Leben in dem Gastland deiner Wahl. Bleiben wir beim Beispiel USA, dem Land der vermeintlich unbegrenzten Möglichkeiten. Unter dem „American Way of Life“ versteht man gemeinhin ein Leben voller persönlicher Freiheit, Gelassenheit und Abwechslung. Das reale Alltagsleben eines „normalen“ amerikanischen Jugendlichen sieht dagegen anders aus:

Da viele amerikanische Schüler/innen einem Teilzeitjob nachgehen, bleibt ihnen während der Woche kaum Zeit, sich mit ihren Freunden zu treffen.

Als Austauschschüler verbringt man folglich die meisten Abende der Woche im Kreise der Gastfamilie. Und auch die Wochenenden gestalten sich weniger spektakulär als es viele Filme erwarten lassen. Aufgrund der rigiden Einhaltung des Alkoholverbots für Jugendliche ist es keinem Amerikaner unter 21 Jahren erlaubt, eine Kneipe oder Diskothek zu betreten. Deshalb beschränken sich die Wochenendaktivitäten gemein- hin auf Kinobesuche, Burger essen und Feten bei Freunden. Beim Feiern steht man als Austauschschüler/in jedoch erneut vor Problemen, da selbstverständlich auch amerikanische Jugendliche Mittel und Wege finden, um die begehrten Alkoholika zu besorgen. Und da nicht wenige private Feten von der Polizei besucht werden, sollte man dem teilweise durchaus vorhandenem Gruppenzwang des kollektiven Besaufens widerstehen können – oder schnelle Beine haben! Sonst kehrt man eher nach Deutschland zurück, als es einem lieb ist.

Im übrigen ist es ohnehin nicht sicher, ob dich deine Gasteltern zu allen Partys gehen lassen. In den USA ist die Meinung weit verbreitet, daß 16-jährige Jugendliche noch unmündige Kinder sind, die einer mehr oder weniger „strengen Hand“ und ständiger Kontrolle bedürfen. Sollten deine Erziehungsberechtigten die Gastgeber einer Fete nicht kennen beziehungsweise sie nicht mögen, ist es durchaus nicht ungewöhnlich, wenn du keine Erlaubnis zum Ausgehen erhältst: Da du in den Augen deiner Gasteltern aufgrund deines Alters stetige Entscheidungshilfen benötigst, helfen sie dir unter Umständen auch bei der Suche nach den richtigen Freunden – selbst wenn sich deine Begeisterung darüber in Grenzen hält.

Diese Zeilen sind nicht dazu gedacht, dich von einem Austausch in die USA abzuhalten. Viele tausend Exchange Students verbringen dort jedes Jahr eine wundervolle Zeit! Das liegt nicht zuletzt an der „Easy-Going-Mentalität“ und der ausgeprägten Gastfreundschaft vieler Amerikaner, die es einem Fremden sehr einfach macht, sich einzuleben. Du solltest Dir aber bewußt sein, daß die amerikanische Gesellschaft in der Regel viel (wert)konservativer ist, als du es vermutest. Hast du damit Probleme, ist dir vielleicht der Aufenthalt in einem anderen Land zu empfehlen: In den lateinamerikanischen Staaten ist das Leben normalerweise weniger reglementiert als in den USA – zumindest für die männlichen Teilnehmer. Dafür mußt du die teils krassen Gegensätze zwischen arm und reich sowie das weit- verbreitete „Klassendenken“ aushalten können. Die im allgemeinen überaus herzliche Art im Umgang mit Fremden dürfte dir jedoch als Austauschschüler/in stark entgegenkommen und die langen Feiern und Grillabende im Familien- und Freundeskreis lernst du garantiert zu schätzen.

Auf mehrstündige Abendessen im Kreise deiner Gastfamilie kannst du dich auch in Frank- reich freuen. Sicherlich wirst du während deines Aufenthalts ein Kenner für Wein, Käse und die ganzen anderen leckeren Sachen der französischen Küche. „Savoir vivre!“ lautet hier die Devise. Bei deiner Entscheidung für das Hexagon sollte dir aber klar sein, daß du montags bis freitags von circa 7.00 bis 17.00 Uhr in Sachen Schule unterwegs bist und darüber hinaus noch die täglichen Hausaufgaben zu bewältigen hast. Interessierst du dich hingegen für einen Aufenthalt in Japan, Indonesien oder Thailand, solltest du keine Probleme damit haben, einen Kopf größer als deine Mitschüler zu sein. Zudem wird es wahrscheinlich lange dauern, bis du den oft hochkomplexen Verhaltenskodex deines Gastlandes verstehst.

Wie du an diesen kurzen Beispielen siehst, hat jedes Land seine spezifischen Eigenarten, die dir mal fremd, mal vertraut, mal lästig oder hilfreich erscheinen. Eine Bewertung in den Kategorien „gut“ und „schlecht“ ist dabei vollkommen unangemes- sen. Das Leben in anderen Ländern ist nicht schlechter oder besser als zuhause, sondern anders. Nichtsdestotrotz fühlt man sich in einigen Kulturkreisen wohler als in anderen. Das hängt nicht zuletzt von der eigenen Mentalität ab. [... Außerdem] solltest du dich bereits vor der Anmeldung zu einem Programm mit Hilfe einiger Reiseführer und anderer Literatur über das Leben in deinen Wunschländern informieren. Nur so wirst du in die Lage versetzt, das für dich optimale Gastland auszusuchen. [...]

 

Infos über einen Schüleraustausch in einem der im Handbuch Fernweh dargestellten 18 Gastländer

Informationen über die Schulsysteme der im Handbuch Fernweh dargestellten 18 Gastländern



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1. Das Handbuch Fernweh ist der umfangreichste Ratgeber zum Schüleraustausch. Es bietet neben vielen Insider-Tipps, Infos und Links auch Preis-Leistungs-Tabellen von High-School-Programmen für 18 Gastländer

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3. Handbuch Schulwelten. Der Ratgeber für Privatschulaufent-
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