Gastfamilie werden

Deutsche Familien können sich den interkulturellen Austausch in die eigenen vier Wände holen, indem sie zu Gastfamilien für ausländische Austauschschüler oder Au-Pairs werden. Grundsätzlich kann jede familiäre Konstellation als Gastfamilie für Jugendliche gelten: Ehepaare mit Kindern, gleichgeschlechtliche unverheiratete Paare, Patchwork-Familien, alleinstehende Mütter mit Kleinkind oder Rentner. Gastfamilien, die sich für ein Au-Pair entscheiden, sollten logischerweise ein oder mehrere Kinder in der Familie haben.

Durch das Zusammenleben mit dem Familienmitglied auf Zeit öffnen sich völlig neue Sichtweisen auf die eigene Kultur und den Familienalltag und entstehen Freundschaften fürs Leben. Auf der ganzen Welt entscheiden sich jährlich hunderte junge Menschen für ein Austauschjahr in Deutschland. Die Jugendlichen kommen von allen Kontinenten und sind zwischen 15 und 18 Jahre alt.

Was erwartet mich als Gastfamilie?

Vor der Aufnahme eines ausländischen Jugendlichen oder jungen Erwachsenen – egal ob für ein paar Wochen, Monate oder gar ein ganzes Jahr – sollte sich die gesamte Familie mit folgenden Fragen auseinandersetzen: Steht jeder grundsätzlich hinter der Entscheidung? Können sich alle vorstellen, für mehrere Wochen oder Monate die Wohnung, den Garten, das Bad oder den Küchentisch mit einer zunächst fremden Person zu teilen? Wie geht man mit anfänglichen Sprachproblemen und kulturell bedingten Eigenheiten um? Kann die Familie dem Jugendlichen oder jungen Erwachsenen ein wenig Zeit widmen oder stehen das Berufsleben Berufsleben und der Alltagstrubel dem entgegen? Ist man bereit, eine weitere Person in die Freizeit- und Urlaubsgestaltung miteinzubeziehen, sofern dies erwünscht ist? Welche Erwartungen werden an das neue Familienmitglied gestellt und welche stellt es wohl umgekehrt an die Gastfamilie selbst?

Mit ihrer Offenheit fördern Gastfamilien interkulturellen Austausch. Daher sollte man die genannten Fragen unbedingt vorab familienintern besprechen – selbst wenn sich die Mehrheit der Fragen vorab sicherlich nur hypothetisch beantworten lässt. Hier ein guter Einblick: Ein Großteil der Austauschschülerinnen und Austauschschüler beginnt sein Schuljahr oder Schulhalbjahr in Deutschland im August oder September und bleibt somit fünf bis sechs bzw. zehn bis elf Monate. Einige wenige Jugendliche reisen auch im Januar und Februar ein. Gastfamilien haben jedoch auch die Möglichkeit, einen Schüler über einen kürzeren Zeitraum aufzunehmen, z.B. für ein Sommer-Programm.

Familienmitglied auf Zeit

Als Gastfamilie bietet man der Austauschschülerin oder dem Austauschschüler ein freies Bett, einen Platz am Tisch, Verpflegung sowie Teilhabe am Familienleben an. Für alle weiteren alltäglichen Ausgaben des Gastkindes, also z.B. Taschengeld, Schulmaterial oder Kleidung kommen in den meisten Fällen die Eltern oder die Austauschorganisation auf. Eine luxuriöse Unterkunft oder ein eigenes Haus sind übrigens keine Voraussetzung für die Aufnahme eines Gastkindes. Auch ein eigenes Zimmer ist nicht unbedingt notwendig und kann ohne Probleme mit etwa gleichaltrigen und -geschlechtlichen Gastgeschwistern geteilt werden.

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Für die Aufnahme eines Gastkindes muss die Gastfamilie nicht unbedingt über Kenntnisse der Landessprache des Gastkindes verfügen. Im Gegenteil: Es ist von Vorteil, so gut es geht ausschließlich Deutsch mit ihrem neuen Familienmitglied zu sprechen – umso schneller verbessern sich dessen Deutschkenntnisse und die gegenseitige Verständigung. Viele Austauschschüler besitzen bei Ankunft im Gastland mindestens grundlegende Deutschkenntnisse, die sie im Rahmen des Schulunterrichts oder von Orientierungsseminaren erworben haben.

Die Auswahl des Gastkindes

Auch wenn viele Austauschorganisationen anhand der Anmeldeunterlagen eine Vorauswahl treffen, so bleibt die Wahl der möglichen Kandidatinnen und Kandidaten für einen temporären Platz in der Familienmitte bis zuletzt in der Hand der Gastfamilie. Es sollte in aller Ruhe ausgewählt werden können, welche Schülerin, welcher Schüler oder welches Au-Pair am besten in die Familie passen könnte. Für alle Fälle stehen Gastfamilie und Gastkind während des Aufenthalts eine persönliche Ansprechperson vonseiten der Austauschorganisation zur Verfügung, um für Missverständnisse und Probleme, die wie in jeder sozialen Interaktion auftreten können, eine Lösung zu finden.

Doch an wen wende ich mich, wenn ich Interesse habe, eine Gastfamilie zu werden? Des Weiteren können ausführliche Gespräche mit Mitarbeitern von Organisationen, die deutsche Gastfamilien suchen und betreuen, Klarheit schaffen und Unsicherheiten nehmen. Austauschorganisationen beraten und betreuen Gastfamilien von ihrer Entscheidungsfindung über den gesamten Aufenthalt des Gastes. Zahlreiche Anbieter und Agenturen, die einen Gastfamilienaufenthalt organisieren, gibt es auf gap-year.de sowie auf unseren Messen. Schaut vorbei!

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